
VerKaufsPraktikum
Die Inhalte dieser Homepage sind ausschließlich für den Unterricht an der LBS Hartberg gedacht!
Fenster
Fenster und Fenstertüren sind Öffnungen in der Außenhaut (Fassade) eines Baukörpers, die eine Fülle von Aufgaben zu erfüllen haben.
Sie sollen vor allem:
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Licht einlassen,
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Ausblick schaffen,
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Frischluft einlassen (Luftaustausch ermöglichen), beim Passivhausstandard jedoch entfällt dieser Punkt (kontrollierte Be- und Entlüftung).
Da Fenster eine Unterbrechung der Außenhaut bedeuten und durch ihre besondere Aufgabenstellung,
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die Wärmeschutz-,
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Schallschutz-,
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Brandschutz- und
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Witterungsschutzaufgaben
der Fassade nicht so gut erfüllen wie diese, stellen sie Schwachstellen dar, die besonders sorgfältig ausgebildet werden müssen.
Fenster sollen daher zusätzlich:
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im Winter Wärme einlassen,
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im Sommer vor Wärme schützen,
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Transmissions- und Lüftungswärmeverlust begrenzen,
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möglichst gut den Schall dämmen,
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Sichtschutz und Schutz vor Blendung bieten,
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Schutz vor Hinausfallen bieten,
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Schutz vor ungebetene Gäste bieten.
Deshalb werden an ihre Materialien, ihre Konstruktion und ihren Einbau eine Fülle von Aufgaben und Anforderungen gestellt, die je nach Größe und Aufgabe des Fensters variieren.
Die Funktion der Belichtung wird durch die Glasscheiben erfüllt.
Die übrige Fensterkonstruktion dient zur sicheren Haltung, Wartung und Auswechslung der Scheiben, sowie zur Ermöglichung der Lüftung.
Ist keine Lüftung erforderlich und kann das Glas von außen geputzt werden, werden fixe Verglasungen angewendet.
Sicherheit
Verglasung, die unter der vorgeschriebenen Parapethöhe von 85 cm ragt, ist aus Sicherheitsglas herzustellen und nicht öffenbar auszuführen.
Belichtung
Der Tageslichtanteil von Aufenthaltsräumen ist in den Bauordnungen geregelt. Die Mindestgröße der Glaslichte beträgt 1/8 der Fußbodenfläche des zugehörigen Raumes.
Lüftung
Die Lüftung von Aufenthaltsräumen muss in ausreichendem Maße vorhanden sein. Sie dient zur Sicherheit des Wohlbefindens durch Abführen von Geruchsstoffen und Zuführen von Sauerstoff.
Die einfachste Form der Lüftung ist die Fensterlüftung. Sie erfolgt durch Druck- und Temperaturdifferenzen der Luft, indem im Winter die warme Innenluft im oberen Teil des Fensters abströmt, die kalte Außenluft im unteren Teil des Fensters zuströmt. Im Sommer in umgekehrte Richtung. Es ist daher nicht jede Fensterform für die Lüftung gleich gut geeignet.
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Ein Lüftungselement ist umso wirksamer, je höher es ist.
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Zwei Lüftungsöffnungen, von denen eine möglichst tief, eine möglichst hoch angeordnet ist, sind sehr effektiv.
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Schmale, horizontal angeordnete Flügel allein sind schlecht wirksam.
Die Fensterlüftung ist wegen Zugerscheinungen nur für kurzzeitige, schnelle Lufterneuerung von Aufenthaltsräumen geeignet (Stoßlüftung).
a-Wert = Undichtheit der Fenster (lt. ÖNORM B 5300)
Wärme- und Feuchtigkeitsschutz
Für den Wärmeschutz eines Gebäudes sind sowohl die Transmissionswärmeverluste als auch die Lüftungswärmeverluste wesentlich. Da Fenster wegen der geforderten Durchsichtigkeit nur geringere Wärmedämmeigenschaften aufweisen können als die Außenhaut, stellen sie Schwachstellen dar. Im Sinne einer Optimierung der Wärmeenergie sollten Fenster bestimmte Größen nicht überschreiten (ca. 30% der Außenhaut)
Der erzielte U-Wert von Fenstern ist daher sehr vom Rahmenanteil abhängig.
Außer Energieverlust ist eine Tauwasserbildung an der Innenseite der Fenster zu vermeiden. Diese weist bei Auftreten in jedem Falle auf eine (zu) hohe Luftfeuchtigkeit hin, die wieder durch zu dicht schließende Fenster verursacht werden kann.
Abhilfe:
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Für gute Luftzirkulation sorgen,
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Heizkörper unter dem Fenster anordnen,
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Luftfeuchtigkeit reduzieren (Lüften).
Schallschutz
Auch für den Schallschutz der Außenwände bedeuten die Fenster eine Verschlechterung, die in tolerierbaren Grenzen gehalten werden muss.
Die Forderungen an die Außenwand und damit an das Fenster werden bestimmt durch
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den vorhandenen oder zu erwartenden Lärm auf den Außenseiten und
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den Grundgeräuschpegel im Raum.
Der Schallschutz ist abhängig von
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Gewicht der Verglasung (je größer desto besser)
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Abstand der Glasscheiben (je größer desto besser)
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Randeinspannung der Glasscheiben (je elastischer desto besser)
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Fugenausbildung (je elastischer desto besser)
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Ausbildung des Anschlusses Stock an Mauerwerk (mittels Dichtungen)
Brandschutz
Um eine Ausbreitung von schädlichen Einflüssen des Feuers zu verhindern, muss das Fenster im Hinblick auf Dichtigkeit gegen Rauch, gegen den Austritt heißer Gase und auf Absonderung brennbarer Substanzen und Gase geprüft werden.
Mechanische Beanspruchung
Die mechanische Beanspruchung von Fenstern ist überwiegend durch den Staudruck und Sog des Windes gegeben. Er ist in ÖNORM B 4014 definiert und bestimmt die Bemessung der Rahmenkonstruktion, die Wahl der Glasdicke und die Wahl der Befestigungselemente.
Für die Auswahl der Beanspruchungsklasse ist die Windbelastung in Abhängigkeit von der geographischen Lage, den örtlichen Wind- und Schlagregenverhältnissen, der Form und der Höhe des Gebäudes sowie der Lage des Fensters in der Fassade entscheidend.
Fensterarten
Einfachfenster:
Fenster, das aus einem einfachen Stock und einfachen Flügel für Einfach- oder Isolierverglasung besteht.
Verbundfenster:
Fenster, das aus einem einfachen Stock und doppelten, hintereinanderliegenden, mit Einfach- oder Isolierglas versehenen Flügel besteht, die über einen gemeinsamen Drehpunkt mit dem Stock verbunden sind und nur zu Reinigungszwecken getrennt werden.
Kastenfenster:
Fenster, das aus zwei einfachen, mit Abstand hintereinander angeordneten und miteinander verbundenen Stockrahmen und zwei einfachen, mit Einfach- oder Isolierverglasung versehenen Flügel, die mit eigenen Drehpunkten versehen sind, besteht.
© Florian Fabsits, BEd MA