
VerKaufsPraktikum
Die Inhalte dieser Homepage sind ausschließlich für den Unterricht an der LBS Hartberg gedacht!
Sanitäre Werkstoffe
Bei sanitären Einrichtungen werden drei verschiedene Werkstoffe unterschieden:
-
Keramische Werkstoffe
-
Metallische Werkstoffe
-
Kunststoffe



Bild: Fliesen
Bild: Ausgussbecken Metall
Bild: Siphon Kunststoff
Keramische Werkstoffe
Keramische Werkstoffe werden hergestellt aus:
Tonerde:
-
wasserhaltiges Verwitterungsprodukt des Feldspats
-
Mischung aus Aluminium und Silicumdioxid
Feldspat
-
ist ein Gestein
-
Hauptbestandteil ist fein gemahlener Granit
Kaolin
-
weiße Tonsorte - Porzellanerde



Bild: Tonerde
Bild: Feldspat
Bild: Kaolin
Sanitärporzellan
Sanitärporzellan ist das am meist verwendete Material für die Sanitärkeramik. Es setzt sich aus den Rohstoffen Ton, Kaolin, Feldspat, Quarz, zu etwa den gleichen Anteilen zusammen. Diese werden gemischt und mit Wasser fließfähig gemacht. Die hier entstehende Masse – Schlicker genannt – wird in Gipsformen gegossen. Diese trockenen Gipsformen entziehen dem Schlicker die Feuchtigkeit, die Rohlinge werden anschließend luftgetrocknet, glasiert und im Durchlaufofen bei ca. 1250 ° C gebrannt.
Glasur
Eine Glasur ist eine Mischung aus:
-
Feldspat, Quarz, Kreide, Kaolin, und Metalloxide – dienen der Farbgebung
Eigenschaften:
-
die Farbe ist lichtecht
-
sehr fest
-
dünnwandig herstellbar
-
maßhaltig (verzieht sich beim Brennen kaum)
-
nimmt kein Wasser auf
Steinzeug
Steinzeug wurde schon vor über 1000 Jahren in Japan und China hergestellt. Es besteht aus:
-
60 % Ton
-
20 % Quarz
-
20 % Feldspat
Die Rohstoffe werden zuerst gemahlen, dann gemischt, geformt, anschließend glasiert und letztlich bei über 1200 ° C gebrannt.
Eigenschaften:
-
nicht so dünnwandig herstellbar
-
schwer
-
nimmt kein Wasser auf – frostbeständig
-
widerstandsfähig gegen Abrieb und mechanische Beanspruchung
-
chemikaliensicher
Feuerton
Feuerton besteht aus Tone den man mit Schamotte vermischt.
Eigenschaften
-
porös
-
saugend, wird mit dicker Glasur überzogen
-
robust
-
in großen Abmessungen herstellbar
Verwendung
-
Spültische
-
Duschwannen
-
Ausgussbecken
-
Arbeitsplatten für Labors
Metallische Werkstoffe
Stahlblech
Stahlblech wird im Tiefziehpressen geformt. Die Oberfläche wird mit Grundemail glasiert – Stahlblech wird beschichtet und gebrannt. Die Glasur geht eine hervorragende Verbindung mit dem Stahl ein. Das Deckemail wird nach dem Abkühlen aufgetragen und ebenfalls gebrannt. Die Farbgebung erfolgt durch Metalloxide z.B. Kobalt-Chromoxid oder Nickeloxid.
Eigenschaften
-
hohe Kratzfestigkeit
-
hohe Korrosionsbeständigkeit
-
hart aber spröde
-
empfindlich gegen Schlagbeanspruchung
Verwendung
-
Ausgussbecken
-
Badewannen
-
Duschtassen
-
Spülen
-
Boiler
-
Öfen
-
Ofenrohre
-
Rosetten
Edelstahl
Edelstahl besteht aus Chrom-Nickel-Stahl 18-10, das bedeutet 18 % Chrom und 10 % Nickel. Chrom-Nickel-Stahl mit Molybdän- und Titan-Beimengungen sind besonders rost- und säurebeständig und werden häufig für WC- und Urinalanlagen verwendet. Die Oberflächen sind glatt, glänzend, matt oder gebürstet.
Verwendung:
-
Küchenspülen
-
Waschtische
-
Getränketanks
-
Kochtöpfe
-
Geländer
-
Roste,…
Bild: Glas
Kunststoffe
Abbildung: Zusammenhang Rohstoffe, Werkstoffe, Hilfsstoffe
Polymethylmethacrylat (PMMA) Acrylglas – Plexiglas
Diese Kunststoffart dient als Material zur Herstellung von Badewannen und Duschtassen in den verschiedensten Formen und Farben.
Herstellung
Das Ausgangsprodukt ist eine Acrylplatte, die bei 170 ° C in einer Form tiefgezogen wird. Der „Rohling“ besitzt noch nicht die erforderliche Stabilität, er wird daher auf der Rückseite durch aufspritzen von Glasfaser verstärktem Polyesterharz (GFK) verstärkt (bis ca. 5 mm).
Eigenschaften
-
glänzend, lichtecht
-
säure- und laugenbeständig
-
nicht beständig gegen Nagellack, Nagellackentferner, Entkalker
-
brennende Zigaretten verursachen Brandflecken
-
nicht kratzfest (kein Scheuermittel verwenden)
-
kleine Kratzer können mit feinstem Schleifpapier entfernt werden und mit Politur wieder glänzend gemacht werden
Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS)
ABS ist ein Thermoplast und lässt sich gut auf Spritzgussmaschinen verarbeiten. Diese Kunststoffart kann mit einer fest haltenden Metallschicht überzogen werden und sieht danach aus wie Metall. Die Oberfläche wird gebeizt um sie aufzurauen und anschließend in Metallsalze getaucht. Dadurch wird die Oberfläche elektrisch leitend gemacht um sie mit Chrom, Nickel oder Gold galvanisieren zu können.
Verwendung
-
Griffe bei den Armaturen
-
Brauseköpfe
-
Badezimmermöbel
Verbundstoff aus Acrylglas und Steinmehl
Bei diesem Verbundstoff handelt es sich um eine Mischung aus Acrylglas und Silikatquarz.
Eigenschaften
-
abriebfest
-
hart
-
porenfreie Oberfläche
-
kratzfest
-
widerstandsfähig gegen hausübliche Säuren und Laugen
-
schlagfest
-
temperaturbeständig bis 230 ° C
-
verschieden färbig
Verwendung
-
Spülbecken in Küchen